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EAG-Investitionszuschuss 2026: Calls, Chancen, Rechnung

1.10.2026, 4 Min. Lesezeit

Autor: Team Energovision, Planung und Service von Energieanlagen

Kurz gesagt: Der EAG-Investitionszuschuss ist 2026 ein Bonus, keine Rechengrundlage. Im zweiten Fördercall wurden von fast 28.000 Anträgen nur rund 3.000 bedeckt, das Budget war nach etwa 36 Sekunden vergeben. Der dritte und letzte Call 2026 läuft von 8. bis 22. Oktober mit 8 Mio. €, also 2 Mio. € pro Kategorie. Für Betriebe heißt das: einreichen, wenn es passt, aber die Investition so planen, dass sie auch ohne Zuschuss trägt.

Dieser Artikel fasst Fördersätze, Regeln und Fristen zusammen und zeigt, wie Sie die Förderung in Ihre Entscheidung einordnen. Stand: Oktober 2026. Die Fördersätze werden jährlich per Verordnung festgelegt, die für 2027 erscheint üblicherweise im Jänner.

Fördersätze 2026 nach Kategorie

Der Investitionszuschuss nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) wird über die EAG-Abwicklungsstelle der OeMAG abgewickelt. Für 2026 gelten diese Sätze:

KategorieLeistungFördersatz 2026Vergabe
Abis 10 kWp150 €/kWp (fix)Reihenfolge nach Ticket
Büber 10 bis 20 kWp140 €/kWp (fix)Reihenfolge nach Ticket
Cüber 20 bis 100 kWpmax. 130 €/kWpBieterverfahren
Düber 100 bis 1.000 kWpmax. 120 €/kWpBieterverfahren
Speichermind. 0,5 kWh/kWp, max. 50 kWh150 €/kWhnur mit neuer oder erweiterter PV-Anlage

Für die meisten Betriebe sind die Kategorien C und D relevant. Dort gilt ein umgekehrtes Bieterverfahren: Wer weniger Förderung pro kWp beantragt, wird vorgereiht. Bei Gleichstand entscheidet der Zeitpunkt des Tickets. Wer den Höchstsatz beantragt, hat bei knappem Budget also schlechte Karten.

Zuschläge und Sonderregeln

  • Made-in-Europe-Bonus: plus 10 % für jede Komponente mit europäischer Wertschöpfung (Module, Wechselrichter, Speicher), zusammen höchstens plus 30 %. Er gilt seit 23. Juni 2025 und auch 2026.
  • Parkplatzüberdachung: Seit der Novelle 2026 gibt es den Innovationszuschlag für PV-Parkplatzüberdachungen ab 10 Stellplätzen nur, wenn die Module selbst das Dach bilden.
  • Speicher: Gefördert werden höchstens 50 kWh, und nur zusammen mit einer neuen oder erweiterten PV-Anlage. Die Erweiterung eines bestehenden Speichers wird nicht gefördert. Für größere Gewerbespeicher gibt es derzeit kein breites Bundesprogramm.

Für größere Anlagen gibt es neben dem Investitionszuschuss die EAG-Marktprämie, die über Ausschreibungen vergeben wird. Die erste PV-Ausschreibung 2026 lief von 2. bis 17. März. Für typische KMU-Anlagen auf dem eigenen Dach, die vor allem den Eigenverbrauch decken, ist sie eher ein Randthema.

Die Fördercalls 2026 in Zahlen

Insgesamt standen 2026 rund 60 Mio. € an Bundesmitteln für PV und Speicher zur Verfügung, verteilt auf drei Calls:

CallZeitraumBudgetErgebnis
1.23. April bis 11. Mai10 Mio. € (A+B), 30 Mio. € (C+D)fast 29.000 Anträge, über 12.500 gefördert
2.16. bis 30. Juni12 Mio. € (A 2, B 2, C 4, D 4)fast 28.000 Anträge, rund 3.000 gefördert, Budget nach etwa 36 Sekunden vergeben
3.8. Oktober (Ticket ab 17:00 Uhr) bis 22. Oktober8 Mio. €, je 2 Mio. € für A, B, C und Doffen

Wer im zweiten Call nicht zum Zug kam, kann im dritten Call erneut einreichen. Mit 2 Mio. € in Kategorie D lassen sich beim Höchstsatz von 120 €/kWp rechnerisch rund 16.700 kWp fördern, bei niedrigeren Geboten entsprechend mehr. Wie viele Projekte das sind, hängt von deren Größe ab.

Fristen: Was vor der Bestellung zu beachten ist

  1. Antrag vor Inbetriebnahme: Der Förderantrag muss gestellt werden, bevor die Anlage in Betrieb geht. Bestellung und Montage davor sind möglich, das Risiko einer Ablehnung tragen aber Sie.
  2. Zählpunkt: Für den Antrag brauchen Sie die Zählpunktbezeichnung, die der Netzbetreiber im Zuge des Netzzugangs vergibt. Den Netzzugang sollten Sie also früh beantragen.
  3. Inbetriebnahme: Nach dem Fördervertrag muss die Anlage innerhalb von 6 Monaten (bis 100 kWp) bzw. 12 Monaten (über 100 kWp) in Betrieb gehen.
  4. Endabrechnung: spätestens 6 Monate nach dieser Frist.

Warum Sie ohne Förderung rechnen sollten

Der Zuschuss deckt nur einen kleinen Teil der Investition. Marktübersichten nennen für Gewerbeanlagen grob 700 bis 1.100 € pro kWp exkl. USt., je nach Größe und Dach. Das ist ein Richtwert, kein Angebot. Gemessen daran deckt der Höchstsatz von 120 €/kWp in Kategorie D etwa 11 bis 17 % der Anlagenkosten, im Bieterverfahren meist weniger.

Viel stärker wirkt der Eigenverbrauch. Für eingespeisten Strom zahlt die OeMAG derzeit rund 6 bis 10 ct/kWh. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart dagegen den vollen Energiepreis plus Netzentgelte und Abgaben. Allein Arbeitspreis (6,65 ct/kWh) und Netzverlustentgelt (0,384 ct/kWh) auf Netzebene 7 bei Netz NÖ sowie die Elektrizitätsabgabe für Betriebe (0,82 ct/kWh) summieren sich auf fast 8 ct/kWh, noch bevor der Energiepreis dazukommt.

Daraus folgt eine einfache Regel: Eine Anlage, die auf Ihren Lastgang ausgelegt ist und sich ohne Zuschuss rechnet, ist robust. Kommt der Zuschuss, verkürzt er die Amortisation. Kommt er nicht, bleibt das Projekt trotzdem sinnvoll. Ein Projekt, das nur mit Zuschuss funktioniert, ist 2026 ein Glücksspiel.

Zusätzlich kann für Investitionen bis Ende 2026 der Investitionsfreibetrag von 22 % für ökologische Investitionen relevant sein. Das ist eine steuerliche Frage, die Sie mit Ihrer Steuerberatung klären.

Fazit

Der EAG-Investitionszuschuss bleibt 2026 eine Chance, aber eine unsichere. Die Calls sind überzeichnet, in den Kategorien C und D entscheidet ein Bieterverfahren, und große Gewerbespeicher sind nur bis 50 kWh förderfähig. Wer einreicht, sollte realistisch bieten und die Fristen kennen. Wer entscheidet, sollte die Wirtschaftlichkeit ohne Zuschuss kennen.

Ihr nächster Schritt: Wir rechnen Ihre PV-Anlage mit und ohne EAG-Förderung und prüfen, ob eine Einreichung im dritten Call sinnvoll ist. Starten Sie mit einem Energiegutachten auf Basis Ihres Lastgangs.

Quellen

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